U13 des VfL ist HVM-Talentiade-Vizemeister

Die männliche D-Jugend des VfL Gummersbach holt sich nach dem Erfolg als Talentiadesieger auf Kreisebene in einem an Spannung kaum zu überbietenden Finalwochenende bei der HVM-Talentiade in Dormagen die „Silbermedaille“ und damit den Titel als „HVM-Talentiade-Vizemeister 2018“.

Am Ende war die Sensation perfekt: Während bei der  Verkündung des insgesamt vierten Platzes für den TuS Königsdorf, gegen den man am Vortag noch enttäuschend mit 6:7 verloren hatte, verhaltene Freude aufkam, ging die Information der Hallensprecherin über den dritten Platz für den TV Palmersheim, gegen den man am ersten Wettkampftag ebenfalls eine Niederlage einstecken musste, im grenzenlosen Jubel der Blau-Weißen unter.

Denn in diesem Moment war klar, dass man sich mit der am zweiten Wettkampftag gezeigten unglaublichen Energieleistung auf Platz zwei hinter den TSV Bonn rechtsrheinisch vorgeschoben hatte, der in diesem Jahr als verdienter Talentiadesieger aus dem Finalturnier hervorging.

„Dass es dieses Jahr für uns ganz schwer werden würde, war vor Beginn des Turniers allen klar“, sagte Trainer Achim Eckstein. „Aber ich habe zu jedem Zeitpunkt an die Jungs geglaubt, auch als schon fast alles verloren schien. Aber sie sind zurückgekommen und daher ziehe ich vor dieser Mannschaft meinen Hut. Das war nachher Leidenschaft pur und die wurde am Ende belohnt!“

Der VfL startete am ersten Tag in der Disziplin „Zwei mal Drei gegen Drei“ mit einem wichtigen 14:11-Auftaktsieg gegen den TSV Bayer Dormagen in die Vorrunde. Im zweiten Spiel hatte man es ausgerechnet mit dem Favoriten, dem TSV Bonn rechtsrheinisch, zu tun. Der Respekt war groß und entsprechend mussten sich die Kreisstädter nach einer ausgeglichenen Anfangsphase doch noch deutlich mit 8:13 geschlagen geben. Somit war das dritte Spiel ausschlaggebend, wollte man noch in die Halbfinals einziehen. Dass dies unbedingter Wille im VfL-Lager war, konnte man dann am klaren 15:8-Endergebnis gegen den BTB Aachen ablesen.

Somit stand man im Halbfinale dem Gruppenersten der Gruppe B, dem TV Palmersheim, gegenüber, gegen den man nach einer anfangs recht ausgeglichenen Partei am Ende nicht ganz unverdient eine 11:14-Niederlage einstecken musste. „Die lange Pause von fast vier Stunden zwischen Vorrunde und Endrunde hat uns nicht gutgetan und wir haben die Konzentration verloren“, versuchte Achim Eckstein eine Erklärung nach dem Spiel zu finden.

Tatsächlich war die Enttäuschung groß und so war es nicht verwunderlich, dass das anschließende Spiel um Platz drei und vier gegen die hoch motivierten Königsdorfer dann auch noch im letzten Moment mit 6:7 verloren ging. Ein rabenschwarzes Ende des ersten Wettkampftages, das mit dem anschließend überraschenden Sieg des TV Palmersheim gegen den TSV Bonn rrh. im Endspiel noch eine weitere Überraschung bereithielt.

Wenig tröstend aus blau-weißer Sicht, dass man mit dem vierten Platz wenigstens vor dem zweiten Vertreter des Handballkreises Oberberg, dem HC Gelpe/Strombach, den ersten Wettkampftag beendete, der sich den fünften Platz durch einen abschließenden Sieg gegen den TSV Bayer Dormagen sicherte.

Am zweiten Wettkampftag standen für die Mannschaften die Wettbewerbe „1:5-Abwehr“ und „Koordination“ auf der To-Do-Liste – ein Tag, an dem sich die Ereignisse überschlugen und der den VfL-Spielern wohl für immer im Gedächtnis verhaften bleibt. Man hatte sich viel vorgenommen und wusste um die eigenen Stärken im Bereich der Koordination.

So starteten die Kreisstädter hoch motiviert in die sieben Disziplinen des Koordinationswettkampfes. Im Vergleich mit den vereinsinternen Vorergebnissen konnten sich fast alle Spieler noch einmal in fast allen Disziplinen zum Teil deutlich verbessern, sodass man gespannt sein durfte, wie diese Erfolge am Ende in die Wertung einfließen würden.

In der Vorrunde des Spielwettbewerbs dann zunächst das gleiche Bild wie am Vortag: Erneut startete man mit einem 15:11-Sieg gegen die Gastgeber aus Dormagen, um sich dann nach einer deutlichen Steigerung zum Vortag und einem spannenden Spiel auf Messers Schneide in der entscheidenden Begegnung um den Gruppensieg in der Vorrunde kurz vor Schluss doch mit 7:9 gegen Bonn geschlagen geben zu müssen. Nach dem dritten Vorrundenspiel und einem deutlichen 15:9-Sieg gegen den BTB Aachen zog man wieder ins Halbfinale ein, in dem diesmal der Erste der Gruppe B, der TuS Königsdorf, wartete, der sich überraschend gegen den TV Palmersheim durchgesetzt hatte.

Nun begann das an Dramatik kaum zu überbietende Spiel des Tages: Nach einer klaren 4:1-Führung drehten die Königsdorfer die Partie, führten eine Minute vor Schluss scheinbar uneinholbar mit 9:7 und der Zug auf das Finale schien für den VfL bereits abgefahren. Doch per 7m verkürzten die Oberberger auf 8:9 und der Gegner hatte bei eigenem Ballbesitz und einem Tor Vorsprung die deutlich bessere Ausgangsposition. Doch 15 Sekunden vor Schluss parierte Aaron Springer im Gehäuse des VfL mit einer sensationellen Parade und der VfL kam noch einmal in Ballbesitz. Fynn Luka Voss trug den Ball mit hohem Tempo nach vorn, zog damit mehrere gegnerische Abwehrspieler auf sich, spielte im entscheidenden Moment jedoch auf Freddy Sondermann ab, der sich an den Kreis durchgetankt hatte und unter dem ohrenbetäubendem Jubel der Blau-Weißen eine Sekunde vor Schluss den 9:9-Ausgleich markierte.

Doch damit nicht genug: Im anschließenden 7m- Werfen, in dem fünf Schützen aus beiden Teams gegeneinander antraten, vergaben beide Mannschaften je einen Strafwurf, sodass jeweils ein weiterer 7m-Wurf durchgeführt wurde, bei dem jeder verworfene die Entscheidung herbeiführen würde.

Beide Teams konnten ihre ersten vier 7m verwandeln, obwohl Torwart Springer bereits an drei Bällen seine Hand dran hatte, der Ball jedoch ins Tor trudelte. Während der VfL jedoch seinen zehnten Wurf zum 19:18 im Gehäuse des Gegners sicher verwandelte, scheitere der letzte Werfer der Königsdorfer, sodass der VfL in diesem Krimi, der nichts für leichte Nerven war, ins Endspiel einzog.

Obwohl man sich für das Endspiel, in dem man nun zum dritten Mal gegen den TSV Bonn antrat, Einiges vorgenommen hatte, war bereits in der Anfangsphase dieser Begegnung spürbar, dass die enorme Energieleistung des Halbfinals ihre Spuren hinterlassen hatte: Die Konzentration ließ spürbar nach, Fehler schlichen sich ein, die Spieler hatten sich verausgabt, sodass der TSV Bonn ein leichtes Spiel hatte. Nachdem klar war, dass hier nichts mehr zu holen war und die Höhe der Niederlage irrelevant für die Ergebniswertung war, bekamen alle Spieler im Endspiel ihre Einsatzzeiten, sodass das Ergebnis mit 4:11 nicht mehr wirklich eine Bedeutung hatte.

Aufgrund der enormen Steigerung am zweiten Wettkampftag und der hervorragenden Ergebnisse in der Gesamtwertung des Koordinationswettkampfs, in dem sich der VfL nur hauchdünn mit insgesamt 1030 Punkten hinter dem Erstplatzierten aus Bonn (1037 Punkte) geschlagen geben musste, war der Jubel groß, als der VfL insgesamt verdient auf dem zweiten Platz landete.

Gesamtergebnis:

  1. TSV Bonn rrh.
  2. VfL Gummersbach
  3. TV Palmersheim
  4. TuS Königsdorf
  5. TSV Dormagen
  6. HC Gelpe/Strombach
  7. HSG Würselen
  8. BTB Aachen