Historie

3. März 1861
Gegründet wurde am 3. März 1861 zunächst der Gummersbacher Turnverein (GTV). Im GTV wurde zu dieser Zeit ausschließlich geturnt. 1884 wurde die Jugendabteilung des GTV gegründet, 1906 dann erstmals auch Frauen als Mitglieder aufgenommen. Infolgedessen stellte sich die bis dahin benutzte Sporthalle als zu klein dar. Dieses Problem wurde zwei Jahre später gelöst, als eine zweite Halle zur Verfügung stand, was einen ausgeweiteten Trainingsbetrieb ermöglichte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Verein reaktiviert und erhielt eine neue Satzung.
1923
Die Handball-Abteilung des VfL Gummersbach wurde im Jahre 1923 gegründet. Während in Deutschland noch hauptsächlich Feldhandball gespielt wurde, konzentrierte man sich im VfL bereits sehr früh auf das Spiel in der Halle. 1966, Feldhandball war zu diesem Zeitpunkt noch deutlich populärer, gewann der VfL seine erste deutsche Meisterschaft in der Halle und qualifizierte sich für die neu eingerichtete Bundesliga. Ein Jahr später sorgte der Verein im Europapokal für Furore, als mehrere europäische Spitzenteams besiegt werden konnten und der Titel erstmals ins Bergische Land geholt wurde. Nach zwei weiteren Meisterschaften, 1967 und 1969, erreichte der VfL 1970 erneut das Europapokalfinale, das er gegen das Team aus Ost-Berlin gewann. Insgesamt waren die 1970er Jahre mit vier Meisterschaften, zwei Pokalsiegen sowie fünf Titeln im Europapokal die erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte. Zudem stellte der VfL einige Spieler der Weltmeistermannschaft von 1978, die zumeist aus der sehr erfolgreichen Jugendarbeit des Vereins kamen.
April 1937
Im April 1937 fusionierte der GTV mit weiteren Sportvereinen vor Ort, unter anderem dem SSV Gummersbach und nannte sich von da an VfL Gummersbach von 1861. Bei diesem Zusammenschluss wurden auch weitere Sportarten in den Verein eingegliedert, unter anderem Handball, Fußball, Leichtathletik und Wintersport. Wie schon von 1914 bis 1918 gab es auch im Zweiten Weltkrieg keinen Sportbetrieb im VfL. Am 29. September 1945 wurde der Verein ein weiteres Mal neu gegründet.
1980er
Auch in den 1980er Jahren blieb der VfL Gummersbach neben TUSEM Essen und dem TV Großwallstadt die stärkste Handball-Mannschaft in Deutschland. Diese drei Teams machten den deutschen Meister seit 1972 fast ausschließlich unter sich aus. Der VfL gewann den Titel 1982, 1983, 1985 und 1988. Hinzu kamen weitere Erfolge im deutschen und europäischen Pokalwettbewerb. Unter anderem war Gummersbach die erste Mannschaft, die den 1982 neu eingeführten EHF-Pokal gewinnen konnte.
1990/1991
Die Saison 1990/91 wurde gekrönt durch den Gewinn der ersten Gesamtdeutschen Meisterschaft. Nachdem in den westdeutschen Finalspielen der THW Kiel besiegt worden war, wurde im Rückspiel in Magdeburg auch der dortige SCM geschlagen. Dieser Erfolg hatte in Gummersbach einen ähnlichen Stellenwert wie ein Europapokal-Gewinn früherer Zeiten. Nach diesem Hoch folgte in den folgenden Jahren der sportliche Niedergang, in der Saison 1993/94 spielte man erstmals gegen den Abstieg.
1995
1995 schien nach tristen Jahren plötzlich wieder die sportliche Sonne im Oberbergischen durch die Verpflichtung des Südkoreaners Yoon. Diesem Spieler wurde eine große Karriere vorausgesagt. Wegen der damals geltenden Ausländerbeschränkung musste die Mannschaft von Trainer Heiner Brand umgebaut werden, was am Ende der Saison nur zu einem Platz im Tabellen-Mittelfeld führte.
1996
Im September 1996 endete die Ära Brand im VfL mit dem Rücktritt von Heiner Brand, der dann 1997 Trainer der Deutschen Nationalmannschaft wurde.
1997
1997 wurden die enormen finanziellen Probleme des VfL bekannt. Nach einem schmerzhaften Vergleich stieg der Kölner Finanzdienstleister MAXIMA beim VfL ein. Aus dem Hauptverein wurden die Profi-Handballer in die eigenständige Gesellschaft „VfL MAXIMA Gummersbach GmbH“ ausgegliedert. Es folgte eine Saison voller sportlicher und finanzieller Turbulenzen. Nach Ende der VfL MAXIMA Gummersbach GmbH im Dezember 1998 trat die neue VfL Handball Gummersbach GmbH in deren Rechte ein. Durch ein hohes Engagement der Fans und Sponsoren stabilisierte sich die finanzielle Lage. Sportlich kam am Ende der Saison noch ein neunter Tabellenplatz heraus.
2001
Am 30. November 2001 wurde in der Kölnarena erstmals ein Handballspiel als Event zelebriert. Mit fast 19.000 Fans stellte der VfL einen Weltrekord für Klubmannschaften auf. Gast war der THW Kiel. Wirtschaftlich war dieser erste Ausflug nach Köln ein Ertfolg, eine wirtschaftliche Lösung der Finanzprobleme schien gefunden. Leider folgte eine sportliche Misere, ein einziger Punkt rettete den Altmeister vor dem Abstieg.
2004/2005
In der Saison 2004/2005 erreichte der VfL nach 13-jähriger Abstinenz mit dem EHF-Pokal erstmals wieder einen europäischen Wettbewerb. Endstation war im Halbfinale der SC Magdeburg. In der Saison 2006/07 erreichte der VfL in der Champions League das Viertelfinale und scheiterte dort an BM Valladolid. In der Saison 2007/08 nahm der VfL erneut an der Champions League teil und scheiterte in der Hauptrunde am späteren Sieger BM Ciudad Real.
2008
Für die Saison 2008/09 qualifizierte sich Gummersbach für den EHF-Pokal und gewann durch den Finalsieg gegen RK Velenje den ersten internationalen Titel seit 26 Jahren. Auf dem Weg ins Finale schaltete die Mannschaft um Trainer Sead Hasanefendić im Achtelfinale den deutschen Konkurrenten SC Magdeburg aus.
2009/2010
Nur ein Jahr nach dem Gewinn der Trophäe errang der VfL den EHF-Europapokal der Pokalsieger durch einen Finalsieg gegen den spanischen Club BM Granollers. Der Titel konnte in der Folgesaison 2010/11 gegen den französischen Klub Tremblay-en-France nach einem 30:28 Auswärtserfolg im heimischen Köln vor 7800 Zuschauern durch ein 26:26 (10:15) erfolgreich verteidigt werden. Passend zum 150-jährigen Vereinsjubiläum erreichte der VfL damit – erneut unter Trainer Sead Hasanefendić - einen historischen Erfolg: Selbst in den erfolgreichsten Zeiten waren dem Traditionsverein keine drei Europapokal-Siege in Folge gelungen.
2011/2012
Die Mannschaft startete die Titelverteidigung nach Bekanntwerden einer vorläufigen Lizenzverweigerung für die Bundesliga-Saison 2011/12. Ursache war eine Liquiditätslücke im Etat, die jedoch innerhalb einer Woche von Fans und Förderern geschlossen werden konnte. Dem Verein gelang es damit zum vierten Mal in seiner Geschichte (1996, 2000, 2009, 2011), ein drohendes finanzielles Ende abzuwenden. Ende 2011 war die sportliche Lage wieder bedrohlich und der bisherige Trainer Hasanefendic wurde durch seinen Co-Trainer Kurtagic ersetzt. Nach einer furiosen Aufholjagd war der Klassenerhalt 2012 schon fünf Spieltage vor dem Saisonende gesichert.
2013
2013 erfolgte der Umzug aus der altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle in die brandneue SCHWALBE arena. Mit Hilfe dieser Halle hoffte man in Gummersbach auf eine bessere VfL-Zukunft. Auch sportlich wurde nachgebessert und mit dem Nationalkeeper Carsten Lichtlein ein Neustart personifiziert. Dennoch schlitterte der VfL in einen seltsamen Heimkomplex. Nach einer Reihe von Niederlagen stand die Mannschaft am Ende der Hinrunde wieder mit dem Rücken zur Wand, rettete sich aber mit 26 Pluspunkten vor dem Abstieg.

Die Fans nahmen die SCHWALBE arena dennoch an und einen Schnitt von über 3.500 Zuschauern gab es in Gummersbach noch nie. Damit konnte u.a. auch die immer noch vorhandene Verschuldung des Vereins gemildert werden. Der VfL hatte sich in kurzer Zeit von einem Sorgenkind zu einem Vorzeigeklub der Liga entwickelt. Das sportliche Konzept, junge deutsche Spieler zu entwickeln wurde erfolgreich an Beispielen wie Julius Kühn und Simon Ernst demonstriert. Aktuell liefert die Handball-Akademie des VfL weitere Talente, die in die Bundesliga-Mannschaft eingebaut werden.